Württembergische Meisterschaften

Rödeltrupp der DLRG Geislingen fährt zu den Deutschen Meisterschaften

Am vergangenen Wochenende traten die besten Rettungsschwimmer des Landes der DLRG-Jugend bei den Württembergischen Meisterschaften in Böblingen an. Von der DLRG Geislingen hatten sich im Februar vier Mannschaften und zwei Einzelteilnehmer qualifiziert. Aufgrund zahlreicher Terminüberschneidungen und Ausfälle konnte allerdings das Aushängeschild der Ortsgruppe, die Herrenmannschaft der offenen Klasse, in diesem Jahr nicht an den Start gehen und hatte sich im Vorfeld bereits abgemeldet. Noch unglücklicher erwischte es die Mädels die Altersklasse 15/16, die einen Tag vor den Meisterschaften durch einen krankheitsbedingten Ausfall nicht mehr vollzählig waren und ihren Start absagen mussten. Eine gute Leistung zeigten die Rookies der Altersklasse 12 männlich. Philip Kolbas, Dennis Kimmel, Lara Gaisser und Sophie Maier erreichten den neunten Platz. Den zwölften Platz belegten die Jungs die AK 17/18, die zwar einen fehlerfreien Wettkampf ablieferten, bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung allerdings wurde eine der vier durchzuführenden Maßnahmen nicht bestanden, wodurch die Jungs nach hinten geworfen wurden. Bei den Einzelteilnehmern erreichte Marius Lauer den neunten Platz in der AK 15/16 und Lara Gaisser den elften Platz in der AK 12.

Während rein schwimmerisch den Geislingern also eine Medaille verwehrt blieb, brillierten sie dafür aber in einer ganz anderen, nicht alltäglichen Disziplin: dem Rödeln. Die Wettkämpfe in Böblingen wurden ohne eine ausrichtende Ortsgruppe durchgeführt und nur vom Wettkampfressort des Landesverbandes organisiert. Hierbei waren die teilnehmenden Ortsgruppen aufgerufen, unterstützende Helfer zu stellen. Die sogenannte Rödeltruppe sorgt dafür, dass die Gerätschaften für die einzelnen Disziplinen sofort nach Beendigung eines Laufes wieder so bereitstehen, dass der nächste Lauf sie verwenden kann. Dazu zählt beispielsweise das laufweise Zurückschleppen der Rettungspuppen und Gurtretter sowie der Ein- und Ausbau von Hindernissen. Vor allem das Puppenschleppen bedarf großer Ausdauer und Schnelligkeit, weil hiervon die Einhaltung des Zeitplans maßgeblich abhängt. Bereits in früheren Jahren bei der Ausrichtung von Bezirksmeisterschaften und den Baden-Württembergischen Seniorenmeisterschaften hatten sich die Masters der Ortsgruppe Geislingen als hervorragende Rödler einen Namen gemacht. Bei den im März ausgetragenen Deutschen Seniorenmeisterschaften waren auch viele der Jugendlichen mit in die Rödelarbeit eingebunden und hatten durch brillante Leistung dafür gesorgt, dass der angesetzte Zeitplan deutlich unterboten werden konnte. Das Rödeln hat seither bei den jugendlichen und erwachsenen Helfern eine enorme Begeisterung ausgelöst und erfreut sich ungebremster, zunehmender Beliebtheit in der Ortsgruppe, immerhin ermöglicht es die direkte Teilnahme und das Mitwirken an großen Meisterschaften. Aus diesem Grund hatte sich gut ein Dutzend Geislinger DLRGler nur zu gern bereiterklärt, die Württembergischen Meisterschaften in Böblingen tatkräftig zu unterstützen und erneut zeigten die Geislinger eine fantastische Leistung und unterboten den Zeitplan erneut deutlich, was ebenso wie im März für unverhohlenes und großes Lob seitens der Wettkampfleitung sorgte. Das Highlight, das wahre Begeisterungsstürme auslöste, war die Einladung zu den Deutschen Meisterschaften im Oktober in Bremen, um auch hier unterstützend als Rödelteam den Wettkampf zu begleiten. Für die hochmotivierten Geislinger ein klares Versprechen: auch bei den Deutschen Meisterschaften soll der Zeitplan unterboten werden und der Bekanntheitsgrad und die Anerkennung der Ortsgruppe weiter ausgebaut werden.

Christian Lang